Wie könnten sich steigende Zinsen auswirken?

Sind wir nicht alle ein wenig verwöhnt von den niedrigen Zinsen der letzten Jahre? Der Kauf einer Immobilie war in der Vergangenheit für sehr viele Menschen attraktiv. Doch stecken wir in einer Immobilienblase? Was bringt die Zukunft mit sich und vor allem: Könnten sich steigende Zinsen auf die Immobilienpreise auswirken?

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Wie könnten sich steigende Zinsen auswirken?

Zuallererst müssen wir ganz grob verstehen, wie das Geldsystem funktioniert. Die EZB (Europäische Zentralbank) verleiht Geld an Banken. Vergibt die EZB nun für höhere Zinsen Geld, dann geben diese Banken selbstverständlich die erhöhten Kosten an die Kunden weiter. Als Ergebnis steigt der Zinssatz für einen Kredit der Verbraucher. Um die Wirtschaft in Europa zu stabilisieren und vor einem Kollaps zu bewahren, senkte die EZB vor einigen Jahren den Leitzins dauerhaft

Dies hat zur Folge, dass dieser Niedrigzins sich auch auf Sparer auswirkt: Man bekommt keine Zinsen mehr für das Geld auf der hohen Kante. Infolgedessen muss eine Alternative her: Betongold. Sowohl für Selbstnutzer als auch für Investoren sind Immobilie zu einer hervorragenden Renditemöglichkeit geworden. Daraus folgte eine erhöhte Nachfrage, was zu steigenden Preisen führt.

Jetzt, wo das geklärt ist, kommen wir zur entscheidenden Frage: „Was passiert, wenn die EZB den Leitzins wieder anhebt?“

Steigender Leitzins

Wenn die Zinsen durch die EZB wieder steigen, erleben wir eine Trendumkehr. Die finanzielle Belastung steigt für Immobilienkäufer, was die Nachfrage und damit verbunden auch die Preise senkt. Das Ganze wird zum Problem, wenn Eigentümer aus ihrer Zinsbindung nach 10 oder 15 Jahren Laufzeit kommen und einen Anschlusskredit benötigen. Wenn die Zinsen sehr plötzlich steigen, dann wird es teurer. Die Folge ist, dass sich einige Menschen den Kredit vielleicht nicht mehr leisten können und verkaufen müssen. Als Ergebnis würden somit wieder vermehrt Immobilien auf den Markt kommen. Das könnte die aktuelle hohe Nachfrage befriedigen, da einige auch bei steigenden Preisen kaufen.

Es konnte sich aber auch der gegenteilige Effekt einstellen. Durch die steigenden Zinsen und damit verbundenen Raten werden Immobilien unerschwinglich. Das Angebot steigt, die Nachfrage sinkt. Wenn in diesem Szenario zusätzlich die Wirtschaft bröckelt, setzt das die Banken unter Druck, wodurch sie mit Kreditausfällen rechnen müssen und die Gefahr einer Finanzkrise entsteht.

Es gibt Hoffnung

So düster diese Szenarien auch klingen mögen, es gibt auch Hoffnung. Dafür müssen wir uns die Zinsentwicklung der letzten 10 Jahre anschauen. 2011 und 2012 sind Kreditnehmer mit rund 3,2 bis 4 Prozent Zinsen in den Kredit eingestiegen.

Wenn die aktuellen Zinsen wieder auf ein solches Niveau steigen, hat dies eine weniger starke finanzielle Belastung für diesen Personenkreis zur Folge. Die Gefahr, dass die Leute ihren Kredit nicht mehr tilgen können, ist also dementsprechend gering.

Als Datengrundlage für die Zinsentwicklung nutzen wir die Zinsstatistik der Deutschen Bundesbank. Aus den Zeitreihen der letzten zehn Jahre wurden die jeweiligen Monatswerte zu einem Jahresmittelwert zusammengefasst.

Die EZB ist logischerweise nicht an einem Wirtschaftseinbruch interessiert. Wir können davon auszugehen, dass der Leitzins erst erhöht wird, wenn die wirtschaftliche Lage es zulässt oder die Inflationsrate die EZB dazu zwingt. Bisher sieht es aber danach aus, dass die FED Anleihenankäufe zurückfahren wird, um so die Inflation zu verlangsamen.

Die Inflationsrate

Sie ist in aller Munde – die Inflationsrate. Doch was hat es damit genau auf sich? Und wie wirkt sie sich auf den Leitzins aus? Ganz simpel ausgedrückt: Steigt die Inflationsrate, heißt das, es ist zu viel Geld im Umlauf. Um dem entgegenzuwirken, erhöht die EZB den Leitzins. Infolgedessen steigen die Kreditkosten und weniger Menschen und Unternehmen können einen Kredit aufnehmen. Es sinkt die Geldsumme, die in Umlauf ist und die Inflation kann gebremst werden. Folglich wird weniger gekauft, die Nachfrage sinkt und die Preise fallen. 

Aktuell befinden wir uns in einem Szenario, in dem die Inflationsrate steigt. Wenn dieser Trend anhält, wird die EZB an irgendeinem Punkt vielleicht gezwungen sein, die Zinsen anzuheben – und das wird sich auf die Immobilienpreise auswirken. Derzeit gehen Experten aber davon aus, dass die gestiegene Inflation mit einem Nachholeffekt nach Corona zusammenhängt. Konsumenten wollen sich jetzt wieder etwas gönnen und Unternehmen müssen mehr reinholen, besonders Unternehmen, die starke Einbußen während der Pandemie erleiden mussten, wie z.B. die Tourismusbranche. Einen Effekt haben Sie sicher dieses Jahr bereits zu spüren bekommen: Die Preise für Reisen sind deutlich angestiegen – das ist ein klassischer Nachholeffekt. 

Jetzt haben wir sehr theoretisch über das ganze Thema gesprochen. Aber was hat dies für Sie als Immobilienverkäufer zur Folge? Zurzeit sind die Zinsen niedrig. Der Immobilienmarkt ist stabil – die Preise auf hohem Niveau. Eine gute Ausgangslage. Sprechen Sie daher uns an und lassen Sie sich beraten. Wir können mit Ihnen gemeinsam eine Strategie für Ihre Immobilie entwerfen.

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